med-fachliche Betreuung - Krankentransporte Roske

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Wissenswertes

Was ist unter "fachlicher Betreuung" bzw.
"medizinisch-fachlicher Betreuung"
bei der Verordnung einer Krankenbeförderung zu verstehen?


Bei der "fachlichen" bzw. "medizinisch-fachlichen Betreuung" während des Transportes im
KTW geht es keinesfalls um (not-)ärztliche Verfahren wie sie regelhaft bei Rettungsfahrten
(§5) notwendig werden.

Es handelt sich vielmehr um all die Tätigkeiten am Patienten, für die das Personal der
Krankentransportwagen ausgebildet ist, die aber nicht zum vorgeschriebenen
Ausbildungsinhalt eines Taxi- oder Mietwagenfahrers gehören.



Dies sind in erster Linie:

                      -pflegerische Maßnahmen
                      -angemessene Reaktionen bei plötzlicher Zustandsverschlechterung des Patienten

                      -bei lebensbedrohlichen Ereignissen, eine überbrückende Durchführung von
                       Reanimationsmaßnahmen vor dem Eintreffen der nachalarmierten
                       Rettungseinheiten RTW, NEF/NAW, RTH
                      -die situationsangepasste, sachgerechte Verwendung der medizinischen Ausstattung
                       des Krankentransportwagens.


Für diese Aufgabe ist nur das auf Krankentransportwagen eingesetzte Personal
ausgebildet, in den Fahrzeugen steht eine entsprechende Normausstattung zur Verfügung.



Eine Aufzählung typischer Indikationen für die Verordnung eines Krankentransportes
kann nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Es soll aber nachdrücklich belegt
werden, dass bei den angeführten Indikationen im Interesse des Patienten aber auch zum
Wohle der Allgemeinheit (!Hygiene!) keinesfalls Fahren in Taxen, Liegend taxen oder
Behinderten/Rollstuhl-Fahrzeugen zu verordnen sind.

An sich ist es ausreichend, auf dem Vordruck Verordnung einer Krankenbeförderung in
der Spalte 2. Beförderungsmittel das Kästchen Krankentransportwagen anzukreuzen.


Die Bestätigung Medizinisch-fachliche Betreuung notwendig und ja, folgende: ist letztlich
überflüssig, da sich dieErfordernis bereits aus der Wahl des Beförderungsmittels ergibt.


Den Vorgaben der RL entsprechend sind Krankentransportwagen zu verordnen:

Wenn bereits vor oder während des Verbringens in das Fahrzeug eine besondere fachliche Betreuung erforderlich wird.

Stichwort Fachgerechtes Umlagern, Heben und Tragen
-Situationsangepasstes Anheben des am Boden liegenden Patienten (cave Rautek-Rettungsgriff)
-Überheben von Bett auf Trage oder Tragestuhl
-Fachgerechte Lagerung bei Paresen
-Fachgerechte Lagerung bei Decubitus
-Fachgerechte, die Verletzung/Erkrankung berücksichtigende Hilfe beim
Ein- u. Aussteigen

Wenn organisatorische Unwägbarkeiten oder Besonderheiten die
Transportdurchführung beeinflussen.

Stichwort: Schweigepflicht, Kenntnis der lokalen medizinischen Infrastruktur
-Transportziel zum Zeitpunkt der Verordnung nicht eindeutig festlegbar(z.B. welche
Abteilung eines Krankenhauses)
-Mündliche Übermittlung medizinischer Befunde und Informationen erforderlich
-Transportverordnungsunterlagen bzw. schriftliche medizinische Befunde
müssen/sollen unverschlossen übergeben werden

Wenn bei der Übernahme oder während des Transportes über allgemein-
menschliche Zuwendung hinausgehende spezielle Hilfen erforderlich werden.

Stichwort: Pflegerische Maßnahmen
-Einfühlsamer Umgang mit kranken, alten, gebrechlichen und hilfsbedürftigen Menschen
-Beachtung der Würde, Individualität und Intimsphäre des Patienten bei allen erforderlichen Maßnahmen
-Hilfe beim Ankleiden unter Beachtung der verletzungs-/erkrankungsbedingten Einschränkung
-Angesessene Betreuung verängstigter, dementer, altersverwirrter Menschen
-Sachgerechter Umgang mit Patienten mit Tracheostoma, Sonden, Drainagen, Kathetern und künstlichen Darmausgängen unter Beachtung der Hygieneregeln
-Puls- u. Blutdruckkontrolle
-Überwachung der Atmung
-Sachgerechter Umgang mit und Überwachung von Sauerstoffinhalatoren/ -konzentratoren
-Überwachung laufender Perfusoren, Infusionen und Ernährungspumpen
-Absaugen von Sekreten
-Hilfe beim Erbrechen
-Hilfe beim Verrichten der Notdurft

Wenn beim Transport infektiöser Patienten besondere Hygienemaßnahmen zu beachten sind.

Stichwort: Infektionsprophylaxe
-Beachtung der allgemeinen Hygienegrundregeln beim Transport von Patienten ohne Anhalt für das Vorliegen einer Infektionskrankheit
-Beachtung der Hygienegrundregeln beim Transport von Patienten mit Infektionen, die nicht durch die beim Transport üblichen Kontakte übertragen werden
-Beachtung der besonderen Vorschriften vor, während und nach dem Transport von Patienten mit hochkontagiösen oder gefährlichen Infektionskrankheiten sowie MRSA, SARS

Wenn bei instabilen Patienten während des Transportes wegen plötzlicher Zustandsverschlechterungen Interventionen erforderlich werden.

Stichwort: Soziale Kompetenz, notfallmedizinische Sofortmaßnahmen
-Zuwendung und beruhigender Zuspruch bei zunehmender Unruhe, Angstzuständen und sich steigernder Verwirrtheit
-hilfe bei der Einnahme/Applikation patienteneigener Dauer- oder Zwischenfalls- Medikation
-Überprüfung laufender Infusionen, insbesondere bei Auffälligkeiten und Zustandsverschlechterungen
-Verabreichung von Sauerstoff bei plötzlich auftretender Atemstörung
-Einleitung lebensrettender Sofortmaßnahmen bei vitalbedrohlichen Zwischenfällen
-Nachalamierung eines Arztes/ des Rettungsdienstes, fachkundige Zusammenarbeit mit dem Notarzt

Quelle: "Fachliche" bzw. "medizinisch fachliche Betreuung" im Sinne der Krankentransport-Richtlinien. Gutachten von Dr. B. Gorgaß

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