Richtlinien - Krankentransporte Roske

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Wissenswertes

Krankentransport im Vergleich zur Krankenfahrt

Die begriffliche Verwandschaft von Krankentransport und Krankenfahrt ist ein Grund
dafür, dass nicht für jeden verordnenden Artzt offensichtlich ist, dass die in den Richtlinien (RL) als
Krankenfahrten aufgeführten Transporte in Taxen und Liegendwagen (häufig als
"unqualifizierter Krankentransport" bezeichnet) von Personen ohne jegliche medizinische
Qualifikation durchgeführt werden, und dass in diesen Fahrzeugen keinerlei medizinische
Ausstattung vorhanden ist.


Krankentransport-Richtlinien (RL) 1                          

Krankentransport

Krankenfahrt

Zielgruppe

 

Patienten, die

einer medizinisch-fachlichen Betreuung

keine medizinisch-fachlichen Betreuung

 

bedürfen

Gesetzliche Grundlagen

Rettungsgesetze der Länder

Personenbeförderungsgesetz

Fachaufsicht

Gesundheitsbehörden, Feuerwehr, Ordnungsamt, Straßenverkehramt

Straßenverkehrsamt, Ordnungsamt




Fahrzeuge für Krankefahrten sind zwar je nach Ihrem Hauptverwendungszweck durchaus unterschiedlich
(Taxen, Liegendmietwagen, Tragestuhlwagen TSW oder Behindertentransportwagen) konfiguriert, dass auf diesen
Fahrzeugen eingesetzte Personal erfüllt stets aber nur die Voraussetzung des Personenbeföderungsgesetzes.

Es unterliegt beispielsweise auch nicht der Schweigepflicht des medizinischen
Fachpersonals oder den Regeln der Transporthygiene.

Das Personal der Taxen und Liegendmietwagen ist also im Gegensatz zu dem nach
Rettungsgesetzen der Länder qualifizierten Sanitätspersonal für Krankentransporte
("qualifizierter Krankentransport") für keinerlei medizinische Hilfsmaßnahmen
ausgebildet.

Taxen, Tragestuhlwagen TSW und Liegendmietwagen sind deswegen auch nach den Vorgaben der RL §7 nicht für
eine medizinisch-fachliche Betreuung des Versicherten vorgesehen.
Der Aufgabenbeschreibung entsprechend sind in diesen Fahrzeugen teilweise ein Tragestuhl
oder Einrichtungen zur Beförderung von Rollstuhlfahrern vorhanden.

Krankentransport-Richtlinien (RL) 2

Krankentransport

Krankenfahrt

Personal

medizinisches Fachpersonal, Rettungssanitäter, Rettungshelfer, Rettungsassistent

Betriebspersonal im Fahrdienst, Kraftfahrer

Aufgaben

-pflegerische Maßnahmen

BOKraft 1975 §7 Grundregeln:
"Das im Fahrdienst eingesetzte besondere Betriebspersonal hat die Sorgfalt anzuwenden, die sich daraus ergibt, dass ihm Person zur Beförderung anvertraut sind."

-fachgerechtes Umlagern, Heben und Tragen

-angemessene Reaktionen bei Zustandsverschlechterung

-überbrückende Durchführung von Reanimationsmaßnahmen

-sachgerechte Verwendung der medizinischen Ausstattung des Krankentransportwagens.

Qualifikation

Rettungsassistent

Mietwagenfahrer

-Lehrgang theoretische und praktische Ausbildung mindestens 1200 Stunden
-Staatsexamen

-Führerschein

-Praktische Tätigkeit im Rettungsdienst/ Krankentransport mindestens 1600 Stunden

-Unterweisung in lebensrettende Sofortmaßnahmen, Ausbildung in Erste Hilfe (§ 19 Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr)

Rettungssanitäter

-Personenbeförderungsschein

-Theoretische Ausbildung mindestens 160 Stunden       

-Klinisch-praktische Ausbildung mindestens 160 Stunden

-Praktische Ausbildung mindestens 160 Stunden

-Fünftägiger Abschlusslehrgang

Rettungshelfer

-Theoretische Ausbildung mindestens 80 Stunden

-Praktische Ausbildung mindestens 80 Stunden

Einhaltung der Schweigepflicht

für medizinisches Fachpersonal pflicht

nicht vorgeschrieben



Geräte oder Ausstattungseinheiten zur Durchführung "pflegerischer Maßnahmen",
z.B. eine Vorrichtung zur Sekretabsaugung oder zur Hilfeleistung beim Erbrechen und beim
Verrichten der Notdurft sind aber, wie fälschlicherweise von manchen Ärzten vermutet wird,
auch in genannten "Liegendmietwagen" nicht verfügbar.
Dies gilt erst Recht für Geräte zur Lebensrettung, die dem MPG und der
MPG Betreiber Verordnung unterliegen. Sie befinden sich nur in Krankentransportwagen
(KTW) und den originären Rettungsfahrzeugen (RTW, NAW/NEF, RTH).
Dieser grundlegende Unterschied führte 1992 zur Herausnahme des Krankentransportes aus
dem Bereich des Personenbeförderungsgestzes und zur Eingliederung in den Bereich der
Rettungsdienstgesetze mit den dort geforderten höheren Standards.

"Fachliche" bzw. "medizinisch-fachliche Betreuung"
während des Krankentransportes

     Krankentransport-Richtlinien (RL) 3

Krankentransport

Krankenfahrt

Fahrzeuge

Krankenkraftwagen nach DIN EN 1789

Mietwagen, Taxen, Liegendmietwagen, Behindertentransportwagen, Tragestuhlwagen TSW

Normausstattung

Ja, DIN EN 1789 als Minimalaustattung +  länderspezifische Erweiterungen

Nein

Medizinisch-technische Ausstattung

Wichtigste Komponenten       

keine

-AED Automatisierter Externer Defibrillator

-Krankentrage (Fahrtrage)

-Krankentragestuhl

-Rettungstuch (Umbettungsauflage)

-Infektionsschutz-Bekleidung / Einmalhandschuhe

-Blutdruckmessgerät / Stethoskop

-Sauerstoff

-Sekret-Absaugung

-Beatmungsbeutel

-Pflegehilfsmittel

-Infusionen

-Material zur Wundversorgung

-Bettpfanne/Urinette

-Desinfektions-/ Reinigungsmittel

-Schienungs-/ Lagerungshilfsmittel


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